Verliebt, Verlobt…Junggesellinnenabschied!!

Der Hamburger kennt sie schon, der Tourist staunt nicht schlecht, wenn er sie kennenlernt: Jedes Wochenende ziehen Scharen von kleinen Grüppchen zum Junggesellinnenabschied oder Junggesellenabschied über die Reeperbahn. Gut gelaunt, schrill verkleidet und mit einer Mission fest im Auge. Jede dieser Gruppen spielt ein Spiel, meistens fließt der Schnaps in Strömen und beflügelt die Stimmung. Was steckt dahinter, fragt sich der Außenstehende häufig.

Die Tradition des Junggesellenabschieds kommt ursprünglich aus dem antiken Sparta. Vor der Hochzeit eines Spartaners, gaben dessen Freunde ihm noch mal die Gelegenheit ausgelassen zu feiern, ohne an die Verlobte zu denken. Aus dieser Tradition heraus, werden Junggesellenabschiede auch heute noch fast immer getrennt durchgeführt und tatsächlich sieht man meistens rein weiblich oder männliche Gruppen durch die Straßen ziehen.

In Deutschland gab es den Polterabend, bei dem man zusammenkam, Braut und Bräutigam gemeinsam, um zu feiern. In Übersee, etwa in Großbritannien oder auch den USA hat sich der Junggesellenabschied für Männer als „Stag Party“, für Frauen als „Hen Night“ schon vor Jahren durchgesetzt. Wie der Hamburger aber jedes Wochenende auf der Reeperbahn sehen kann, werden auch in Deutschland mittlerweile eher Junggesellen- oder Junggesellinnenabschied getrennt veranstaltet. Das wird in der Regel von den Freunden der zukünftigen Eheleute organisiert und bezahlt, häufig werden auch Guides gebucht, um die Gruppe kompetent durch den Abend zu führen. Und auch immer mehr Frauen wagen den Sprung auf die Reeperbahn, um ausgelassen zu feiern.

Meistens überraschen die Freunde die Jungesellin mit einem bunten, liebevoll ausgesuchten oder präpariertem Kostüm. Beliebt sind Bedruckte T-Shirts, Kostüme und Perücken, Sexy Bunny, Kuhanzug, Dirndl oder selbst gestalteter Overall aus dem Baumarkt, niedliche Hasenohren, ein rosa oder braunes Hasenkostüm. So ausgestattet geht es dann auf den „Kiez“. Am Wochenende treffen sich hunderttausende Hamburger und Touristen auf der Reeperbahn und in den Seitenstraßen, in Hamburg kurz „Kiez“ genannt, um zu feiern. Hier gibt es die höchste Kneipendichte Deutschlands, da bietet es sich einfach an, den Junggesellinnenabschied hier zu feiern. Meistens beziehen die Gruppen Passanten in die von ihnen ausgedachten Spiele mit ein, versuchen häufig, die Partykasse aufzubessern, verkaufen Küsse oder Schnäpse und Süßigkeiten aus einem Bauchladen heraus. Manchmal muss die Junggesellin ein weißes T-Shirt anziehen, auf dem an verschiedenen Stellen Geldscheine aufgemalt sind und je brisanter die Stelle, desto höher der Geldschein. Nun muss sie Männer finden, die gegen Bezahlung die aufgedruckten Geldscheine ausschneiden dürfen.

Je später der Abend, desto lustiger die Gäste, Spaß garantiert und dann irgendwann heißt es..

 

Jungesellenabschied

..Verheiratet 🙂

 

 

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