Nur die Harten kommen in den Garten – Fußballfan sein in Hamburg

Freibeuter der LigaSturmflut, Orkane und Gewitter, die Hamburger können was vertragen und sind gegen Unwetter jeglicher Art gewappnet. Auch sportlich muss der Hamburger Nehmerqualitäten beweisen, jedenfalls die Fußball-Fans unter uns..

Zwei Profi-Vereine sind in Hamburg beheimatet, der Hamburger Sportverein, kurz HSV genannt und der FC St. Pauli, die Freibeuter der Liga.

Beide Vereine haben in der jüngst beendeten Bundesligasaison so ihre Mühen und Note mit dem Klassenerhalt gehabt, dem FC St. Pauli drohte der Abstieg aus der 2. Fußballbundesliga, dem HSV der Abstieg in die Zweitklassigkeit.

CIMG3573Grade der HSV, Dino der Liga genannt, hatte schwer daran zu knabbern, da er seit Bestehen der ersten Bundesliga 1963/64 noch nie abgestiegen ist. Dementsprechend war die Sorge bei Verein und Fans groß und der begehrte Relegationsplatz konnte letztendlich erkämpft werden. Die letzten beiden Mannschaften der 1. Bundesliga steigen in die 2. Bundesliga ab, der Drittletzte geht in die Relegation, gegen den drittbesten aus der 2. Bundesliga.

Diese undankbare Aufgabe fiel dem HSV zu und es ging in einen Relegationskrimi, wie ihn die Hansestadt noch nicht erlebt hat. In zwei Spielen (Hin- und Rückspiel) stotterte sich der HSV gegen den KSC eher mehr als weniger glücklich durch die Minuten und gewann letztendlich mit einem Glücksschweinfreistoß in den letzten Minuten.

Seit der Saison 2013/14 hält der HSV übrigens den Rekord als schlechtester Nichtabsteiger.

Der FC St. Pauli hat schon recht zeitig die Leistungskurve nach oben biegen können, der Druck war aber dennoch da und bis zum letzten Spieltag schwebte das Damokles-Schwert des Abstiegs über der Mannschaft. Der beliebte Kiez-Club rangiert in der Liga was Kreativität, Popularität und Leidenschaft angeht ganz oben; Spielerisch waren die Kiezkicker eher unten anzusiedeln in dieser Saison, aber dies soll es in der nächsten Saison besser werden.

Zur Legende wurde der FC St. Pauli durch den 2:1 Heimsieg gegen den FC Bayern München im Jahr 2002, danach wurden die beliebten Weltpokalsiegerbesieger-T-Shirts angefertigt. Des Weiteren bezieht der Verein die Fans stark mit ein, zum Beispiel wurden 2003 durch eine Aufsehen erregende Spendenaktionen innerhalb von nur drei Monaten mehr als 1,95 Millionen Euro gesammelt und damit der Abstieg in die Oberliga verhindert. Während der Aktion „Rettet den FC St. Pauli“ wurden zum Beispiel über 140.000 „Retter“-T-Shirts verkauft, die einen Erlös von rund 900.000€ brachten.

Beide Vereine sind für Hamburg wichtig und zeichnen sich durch eine vitale Abneigung gegeneinander aus. Ein Abstieg des HSV in die 2. Bundesliga mit Verbleib des FC St. Pauli hätte zwei anspruchsvolle Spiele pro Jahr garantiert – für die Hamburger Polizei. In der Saison 2001/02 hatte es vitale Straßenschlachten der Fangruppen gegeben.

In der Saison 2015/16 wünschen wir von UNSER HAMBURG beiden Vereinen spielerischen Erfolg und den Funken Glück, der Fußball ausmacht.

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